Redaktor gegen Redaktor

blickamabendSpät bemerkt aber trotzdem erwähnenswert: In der Freitagausgabe des «Blick am Abend» findet sich auf Seite 5 eine Rückwärtskutsche gegen einen Redaktoren der Aargauer Zeitung. Ein stellvertretender Ressortleiter Sport hatte sich in der Aargauer Zeitung in einem Kommentar über den Sieg des FC Zürich gegen den AC Milan hergemacht. Er meinte, dass der Sieg auf Glück zurückzuführen und Zürich ja eigentlich gar keine Sportstadt sei.

Das liess sich ein Redaktor von Blick am Abend und «Zürcher aus religiösen Gründen» natürlich nicht gefallen und verfasste prompt eine Retourkutsche. Damit auch jeder den Fehlbaren auf der Strasse erkennt, klaut er gleich noch ein Foto aus der Mitarbeiterübersicht der Aargauer Zeitung.

Müssen diese Streitereien unter vermeintlichen Berufskollegen wirklich öffentlich geführt werden?

Energy lebt! – auf DAB+

dabradioNur weiss es keiner. Schuld daran sind Ringier und Energy selbst. Statt ewig Trübsal zu blasen und immer wieder über die verlorene UKW-Frequenz zu streiten, sollten sie den Hörern endlich Feuer unterm Arsch machen. Ab 15. Oktober 2009 wird Energy Züri nämlich auf DAB+ empfangbar sein. Energy Züri ist in den Zeitungen zur Zeit vor allem mit Berichten über Solidaritätsaktionen und Rekursen präsent. Wieso stand von der neuen Empfangsmöglichkeit noch nie etwas im Blick? Immer liesst man nur von einer «Übergangsfrequenz», um den nahtlosen Wechsel zu DAB+ zu ermöglichen. Möglich wäre das schon lange! digiradio.blogspot.com schrieb es richtig:

Energy hätte schon im vergangenen Herbst voll darauf setzen sollen, dank Digitalradio zu einem nationalen Privatradio zu werden. Ein halbes Jahr hätte bereits dazu genutzt werden können, die Hörer aktiv auf die neue Empfangsmöglichkeit hinzuweisen.

Doch wo steht Energy heute? Eben. Deshalb wollen wir dem armen Radio mal unter die Arme greifen: Bist du Fan von Energy Züri? Dann kaufe dir umgehend ein DAB+-Radio. Dann hast du ab dem 15. Oktober 2009 nicht nur Energy Züri mit besserer Empfangsqualität, sondern auch noch mx3.ch als Radiosender. Ein DAB-Radio kaufst du in Fachmärkten ab 150 Franken. Bleibt für Energy zu hoffen, dass dieser Aufruf seine Runden macht.

Was ist DAB+?
Die UKW-Frequenzen sind beschränkt. Deshalb wurde ein neues System entwickelt und eingeführt. Es heisst DAB (Digital Audio Broadcasting). Die Qualität ist besser und es können mehrere Sender auf der gleichen Frequenz empfangen werden. Um DAB+ zu empfangen, wird ein DAB+-fähiges Radiogerät benötigt.

Wie schütze ich meine Quelle(n)?

quellenschutz

Grafik: toonpool.com

Quellen sind des Journalisten wertvollstes Gut. Gemeint sind Personen, die brisante Informationen oder Beweise auf sich tragen. Gerade bei investigativen Berichterstattungen spielen sie eine entscheidende Rolle. Medienschaffende ersparen der Quelle eine menge Unannehmlichkeiten, wenn sie sie geheim halten. Leider schenken sie diesem Umstand oft zuwenig Beachtung. Dass führt nicht selten dazu, dass Quellen entarnt und bestraft werden.

Das muss nicht sein. Denn mit einer gesunden Portion Geheimniskrämerei kann der Journalist seine Quellen schützen. Das Gesetz hilft ihm sogar dabei. Namentlich die Bundesverfassung und das Strafgesetzbuch:

Art. 17, Abs. 3 BV: Medienfreiheit
Das Redaktionsgeheimnis ist gewährleistet.

Art. 28a StGB: Quellenschutz
Verweigern Personen, die sich beruflich mit der Veröffentlichung von Informationen im redaktioinellen Teil eines periodisch erscheinenden Mediums befassen, […] das Zeugnis über die Identität des Autors oder über Inhalt und Quellen ihrer Informationen, so dürfen weder Strafen noch prozessuale Zwangsmassnahmen gegen sie verhängt werden.

Wir entnehmen daraus, dass Medienschaffende nicht bestraft werden dürfen, wenn sie ihre Quellen nicht offenlegen. Das bedeutet umgekehrt, dass sie ihre Quellen geheim halten dürfen. Soweit so gut.

Die Fehler passieren aber meist schon, bevor es zu Gerichtsverfahren kommt. Zum Beispiel als letzten Sommer die Sonntagszeitung das polizeiliche Einvernahmeprotokoll im Falle des früheren Armeechefs Roland Nef publizierte und damit schliesslich die Quelle enttarnte. Auch die Treffen des Informanten mit dem Journalisten konnten später nachgewiesen werden. Wie das funktionierte, ist mir ein Rätsel. Der Informant wurde wegen Amtsgeheimnisverletzung verurteilt. Blöd.

Medien bringen Informanten also mit der Veröffentlichung von originalen Dokumenten in Gefahr. Deshalb besser versuchen, andere Beweismittel zu finden. Je weniger Personen von der Quelle wissen, desto besser. Die Namen existieren nur in den Köpfen. Kontaktdaten sollten stets an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Ebenso vertrauliche Dokumente. Das gilt auch für den Informanten. Anrufe von zu Hause oder gar vom Geschäft aus in die Redaktion und umgekehrt sind absolut tabu.  Treffen zwischen beiden Parteien sollten immer hinter verschlossenen Türen, abseits grosser Menschenmassen stattfinden. Arbeitsplätze der Journalisten oder der Quelle sind natürlich tabu. Und wieso nicht einmal eine öffentliche Telefonzelle für einen anonymen Anruf benutzen?

Sonst noch was? Ach ja, es ziert sich natürlich nicht, wenn der Journalist mit seinen Enthüllungen gross rumposaunt. Schon gar nicht, wenn er mit dem Informanten seit Jahren eine Freundschaft pflegt. So geschehen im Fall Nef…

«1.-August-Rakete», «Pyro-Artikel» oder was?

feuerwerkskoerperÜble Sache diese 1.-August-Rakete auf 20min.ch.  Manuel Pellegrini, Trainer des FCs Real Madrid, wird wohl niemals herausfinden, was die Scheibe seiner Unterkunft am 15. September 2009 wirklich zerborsten hat. Überhaupt wird so mancher Ausländer mit dem Begriff seine Mühe haben. Genau so, wie ich meine Mühe mit den «Pyro-Artikeln» habe. Die Dinger können nicht nur explodieren, man beschriftet sie nämlich auch als «pyrotechnische Artikel».

Dem Autor oder Lektor sei gesagt, dass er doch statt den Eigenkreationen lieber die gültigen Begriffe, wie «Feuerwerkskörper» oder «Feuerwerksrakete», verwenden solle. Laut Google hiesse das ganze auf Spanisch dann «de cohetes de fuegos artificiales». Somit hätte auch Pellegrini die Chance seinen Spielern zu erklären, mit welcher Waffe das Attentat auf sie verübt wurde.

Jugendsendung Trash ist online

Seit gestern Freitag ist die Jugendsendung Trash auch online abrufbar. Tags zuvor wurde sie bereits auf dem Regionalfernsehsender Tele Südostschweiz ausgestrahlt. Wie es bei Premieren so ist, lief auch bei Trash nicht alles ohne Pannen ab. Mitten in der Sendung wurden die Zuschauer plötzlich durch einen schwarzen Bildschirm überrascht. 30 Sekunden nur Ton. Peinlich. Ursache war offensichtlich ein Problem bei der Umwandlung der Sendung in ein anderes Format durch Tele Südostschweiz.

Trotzdem freut sich das Team über seine erste Fernsehsendung. Man kann fast von Glück reden, dass es die Sendung überhaupt in die Öffentlichkeit geschafft hat. Im Vorfeld machten der Produktionscrew nämlich ein angedrohtes Sendeverbot und die kurzfristige Streichung einzelner Szenen zu schaffen.

Bildet euch nun selber ein Urteil über Trash, die unterhaltsame neue Fernsehsendung für Jugendliche in  der Südostschweiz:

[flv]http://www.media-blog.ch/mediablog/wp-content/uploads/2009/09/Trash_Vol1.flv[/flv]

Trailer zur Jugendsendung «Trash» – Volume 1

Die neue Jugendsendung «Trash» ist auf Kurs. Nach den intensiven Vorbereitungen im Juli konnten wir im August mit den Dreharbeiten beginnen. Inzwischen ist ein erster Trailer zur ersten Sendung erschienen, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Die ganze Sendung wird am 24. September 2009 ab 18.20 Uhr auf Tele Südostschweiz ausgestrahlt und stündlich wiederholt. Tags darauf wird sie auch im Internet verfügbar sein.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=G1fPskBRnNs[/youtube]

Trash ist ein Fernsehsendung für Jugendliche in den Kantonen Graubünden, Glarus und St. Gallen. Die Sendung wird monatlich auf Tele Südostschweiz ausgestrahlt sowie im Internet aufgeschaltet. Hinter der Sendung stehen Studenten des neuen Studiengangs Multimedia Production an der HTW Chur.

Neue Inhalte und Journalisten braucht das Land!

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Quelle: blog.ronniegrob.com

Meldungen von Agenturen zieren Tag für Tag die Nachrichten in Zeitungen, Radios und im Fernsehen. Überall lesen, hören und sehen wir dasselbe. Schreibtischfaule Journalisten langweilen uns mit ihren verkorksten Texten und Bildern. Themen die niemanden interessieren preisen sich auf den Titelseiten und in Magazinbeiträgen  an. Täglich ärgern wir uns über «Neuigkeiten» von gestern. Geht das nur mir so?

Neue Inhalte sind gefragt

Redaktionen verschiedenster Zeitungen vernetzen sich und bilden gemeinsame Nachrichtenplattformen. Globale oder nationale Neuigkeiten können zentral aufbereitet und anschliessend publiziert werden (Beispiel «Newsnetz.ch» von Tages Anzeiger, Basler-, Berner-, Thurgauerzeitung und dem Bund). Eine «20min» unterscheidet sich nur noch durch Doktor Sex von «News». Nachrichtenagenturen liefern bereits fertige Bildsequenzen für das Fernsehen, die nur noch mit Text unterlegt werden müssen. Radiostationen bedienen sich aus den Meldungen von Zeitungen.

So entsteht der Einheitsbrei, den niemand mehr lesen, hören oder sehen will.  Wir begnügen uns zunehmend mit nur noch oberflächlichen Meldungen. Auf Hintergrundberichte und Details warten wir vergeblich. Anstatt den relevanten Nachrichten, bekommen wir einfach den letzten Mist aufgetischt. Wir können in der heutigen Zeit zwar nicht mehr erwarten, dass die Medien die relevanten Informationen für uns bestimmen. Vielmehr sollte der Leser, Zuhörer oder Zuschauer selbst bestimmen können, was er aufgetischt bekommen will und was nicht. Und das in der Form, wie er es gerne möchte – egal ob Video, Text oder Podcast. Alles sollte sorgfältig recherchiert und mit ausführlichen Hintergrundinformationen gespickt sein.

neue Journalisten braucht es

massenjournalist

Quelle: SoundPhotographer.de

Heute braucht es Journalisten, die sich mit der Technik zurechtfinden. Journalisten, die auch nicht davor zurück schrecken, ein persönliches Interview zu führen oder auf dem «Feld» zu recherchieren. Wenn früher ein Journalist zum «Tatort» ausrückte, hatte er einen Notizblock, bestenfalls einen Fotoapparat dabei. Heute sollte er gleich die Videokamera und ein Mikrofon mitnehmen und die Inhalte als Bild und Ton gleich mitproduzieren. Journalisten müss(t)en eben alles können.

Nachrichten in herkömmlichen Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio sind immer weniger gefragt. Wir wünschen uns neue, gemischte Kanäle, bei denen der Kunde König ist. Er soll sich seine Nachrichten selber zusammenstellen können. Die Redaktionen sollten sich vermehrt auch aus dem riesigen Angebot von Informationen im Internet bedienen. Blogs, Social-Media-Plattformen und Webseiten von Unternehmen oder Vereinen laden gerade dazu ein. Weg mit dem Einheitsbrei! Liefert uns, was wir wollen – persönliche Nachrichten.

NZZ vor Gericht

Wie der «Bote der Urschweiz» berichtet, stand die «NZZ am Sonntag» am vergangenen Freitag vor dem Richter des Bezirksgerichts Schwyz. Grund des Anstosses ist eine Artikelserie über die Pensionskasse Pro mit Sitz in Schwyz.  Die Pensionskasse wirft der NZZ am Sonntag unlauteren Wettbewerb vor. Zwischen Dezember 2006 und Januar 2009 seien mehrere kritische Artikel über die Pensionskasse publiziert worden, die herabsetzend sind und «zum Teil» nicht der Wahrheit entsprechen.

Die NZZ kritisierte in den Artikeln vor allem  die hohen Verwaltungskosten der Pensionskasse und  die undurchsichtigen Geschäftsführungspraktiken.  Unter anderem bekam in den Artikeln auch der Gründer und Präsident der Pensionskasse Pro, CVP-Nationalrat Reto Wehrli, sein Fett ab. Waren die Anschuldigungen gerechtfertigt? Vieles deutet darauf hin. Das merkte wohl auch Reto Wehrli, nachdem der frühere Marketings- und Verkaufsleiter 2007 wegen Veruntreuung von Pensionskassengeldern verurteilt worden war. Wehrli gab 2008 seinen Rücktritt aus dem Präsidium bekannt. Wurde es ihm zu heiss? Diese und weitere Tatsachen zu publizieren war mehr als legitim. Dieser Meinung ist auch die NZZ am Sonntag, die vor Gericht sämtliche Anschuldigungen bestritt.

Laut «Bote» wurde noch kein Urteil gefällt. Der Richter empfahl den Parteien, sich auf einen Vergleich zu einigen. Das dürfte sich allerdings als sehr schwierig erweisen, da sich die NZZ mit einem Vergleich der unwahren oder unvollständigen Berichterstattung schuldig bekennen würde. Zudem würde sich die Autorin der Artikel vor den Kopf gestossen fühlen. Die NZZ hatte im Sinne der Öffentlichkeit ein Interesse daran, die Gechäftspraktiken der Pensionskasse Pro zu durchleuchten und wird wohl auch an den publizierten Tatsachen festhalten. Einen Vergleich halte ich daher für unwahrscheinlich.

Witzigster Spartipp ein Witz

20min und IKEA suchten kürzlich im Rahmen eines Wettbewerbs den witzigsten Spartipp gegen die Krise. Zu gewinnen gab es 5000.- Franken in Form von IKEA-Gutscheinen. Die Teilnehmer konnten Bilder oder Videos ihrer kreativen Einfälle einsenden. Zu der Aufgabe gab es die Ideen gleich dazu:

… Im Regen duschen, um Wasser zu sparen? Oder gar vor dem TV-Geschäft campieren, um fern zu sehen? – Alles kreative Einfälle, um Geld zu sparen und so der schlechten Wirtschaftslage zu trotzen…

Quelle: 20min, 21.08.09

Der laut 20min witzigste Spartipp kommt demnach von Niklaus L. Das Bild:

spartipp

Quelle: 20min, 28.08.09

Niklaus hat mit minimalstem Aufwand den wirklich beachtlichen Gewinn von 5000.- Franken kassiert. Ab so viel Dreistheit muss man wirklich den Hut ziehen!

Gratulation dem Gewinner. Für mich bleibt nur die Frage: War das Bild von Niklaus die einzige Einsendung?

SF lanciert «frischfilm»

Das Schweizer Fernsehen (SF) lanciert über die Redaktion der Sendung «Sternstunden» eine neue Internetplattform für künstlerisch tätige Jungfilmer. Die Plattform basiert auf dem Prinzip des benutzergenerierten Inhalts (UGC). Autoren oder Musiker stellen eigens für die Plattform erstellte Texte oder Musik zur Verfügung, die von den angehenden Filmern in Bildmaterial umgesetzt werden können. Die Filme werden durch den Webseitenbenutzer bewertet. Die besten Filme schaffen es ins Fernsehen und werden in den Sendungen «Sternstunde Philosophie», «Box Office» oder «CH:Filmszene» auf SF1 ausgestrahlt.

An sich eine gute Idee, junge Filmer bei ihrem Treiben zu unterstützen. Doch haben wir wirklich darauf gewartet? Aktuell buhlen auf der Internetplattform von «frischfilm» zwei Wettbewerbe um Teilnehmer und Videos. Die Wettbewerbe wurden am 25. August 2009 lanciert. Noch tummeln sich nur wenige Teilnehmer auf der Plattform. Die ersten Veröffentlichungen überzeugen nicht wirklich. Vor allem die technische Qualität lässt zu wünschen übrig. Über die journalistische Aufbereitung kann man wenig sagen, da es sich bei den Wettbewerben um vorgegebene Storys oder Begriffe handelt.

Die vorgegebenen künstlerischen und philosophischen Themenbereiche sind doch eher was für intellektuelle und anders denkende Zeitgenossen. Doch genau das scheinen die Macher zu wollen. Ich persönlich glaube aber nicht, dass dieses Konzept Erfolg haben wird. Die Plattform wird nur für einen sehr kleinen Teil der Konsumenten von Interesse sein. Dementsprechend niedrig werden wohl auch die Teilnehmerzahlen bleiben.